ZIM Flugsitz setzt Sanierungsmaßnahmen um
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ZIM Flugsitz setzt Sanierungsmaßnahmen um

8. September 2020 · Markdorf / Schwerin · Geschäftsfeld Sanierung und Restrukturierung

  • Standort in Schwerin bleibt erhalten
  • Anpassung der Unternehmensgröße angesichts der Corona-Krise notwendig
  • Dauerhafte Sanierung des Unternehmens als Ziel; PLUTA-Sanierungsteam unterstützt Geschäftsführung

Die ZIM Flugsitz GmbH, die sich seit Juli 2020 in einem Verfahren in Eigenverwaltung befindet, beginnt mit den Verhandlungen zum Sanierungskonzept. Das Konzept sieht vor, dass beide Standorte in Markdorf und Schwerin erhalten bleiben. Für den zweiten Standort in Schwerin ist allerdings eine Spezialisierung vorgesehen. Die Niederlassung soll sich auf die Bereiche Service, Maintenance, Vorentwicklung und unterstützende Entwicklungsdienstleistungen konzentrieren und für die Kunden sollen weiter Reparaturen sowie Vor-Ort-Services angeboten werden. 20 Mitarbeiter sollen künftig in Schwerin arbeiten. Für die Mitarbeiter, die nicht weiterbeschäftigt werden können, wird das Unternehmen zeitnah Verhandlungen mit dem Betriebsrat führen, um sozialverträgliche Lösungen zu erzielen. Ziel ist es, einen Interessenausgleich und Sozialplan bis Oktober abzuschließen. Insgesamt sind in Schwerin derzeit 68 Mitarbeiter beschäftigt.

Am Hauptstandort in Markdorf in Baden-Württemberg setzte das Unternehmen bereits in den vergangenen Monaten ein Effizienzprogramm um, welches erhebliche Kostenreduktionen umfasst. Neben Personaleinsparungen auf Managementebene wurden die Materialkosten sowie die Kosten für externe Dienstleister deutlich reduziert. Zudem wurden die Prozesse verbessert, um effizienter zu arbeiten. Die Arbeitsplätze sollen mit diesen Maßnahmen erhalten bleiben. Betriebsbedingte Kündigungen sind in Markdorf nicht geplant. Am Standort sind derzeit 132 Mitarbeiter beschäftigt.

Anpassung der Kapazitäten

Der Geschäftsbetrieb von ZIM Flugsitz wird seit der Antragstellung uneingeschränkt fortgeführt. Das Unternehmen passt sich mit der künftigen Dimensionierung den veränderten Rahmenbedingungen in der Luftfahrtbranche angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise an. Aus Sicht der Geschäftsführung ist ZIM mit der künftigen Unternehmensgröße optimal aufgestellt, um bestehende und künftige Kundenaufträge abzuarbeiten. Sämtliche Alternativen wurden geprüft und Gespräche mit allen Beteiligten geführt. Die Analysen zeigen, dass die Kapazitäten angepasst werden müssen. Ansonsten würde das Unternehmen aufgrund der deutlichen Umsatzrückgänge seit dem Beginn der Corona-Krise und der geringeren Auslastung hohe Verluste schreiben. Das beschlossene Konzept ist daher aus Sicht der Geschäftsführung das bestmögliche Ergebnis, um dem Unternehmen und einem Großteil der Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

ZIM-Geschäftsführer Heiko Fricke erklärt: „Wir haben in den vergangenen Tagen und Wochen sämtliche Optionen geprüft, um den Standort in Schwerin zu erhalten. Uns ist bewusst, dass diese Maßnahme ein harter Einschnitt für die Belegschaft in Schwerin ist, aber so können wir den Standort in kleinerem Umfang weiterführen. Das Unternehmen ist sich der Verantwortung bewusst und wird für die Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen erarbeiten und sie bei der Neuorientierung unterstützen.“

Sanierungsexperten unterstützen Eigenverwaltung

In der schwierigen Situation kann sich das Unternehmen durch die Eigenverwaltung neu aufstellen. Die Unternehmensleitung bleibt im Amt und führt die Sanierung unter Aufsicht des Gerichts und eines Sachwalters selbstständig durch. Die Geschäftsführung des Flugzeugsitzherstellers wird dabei durch die Sanierungsexperten Dr. Maximilian Pluta, Jochen Glück und Florian Schiller von der Restrukturierungsgesellschaft PLUTA unterstützt.

Die ZIM Flugsitz GmbH wird nun auf Basis des Sanierungskonzepts einen Insolvenzplan erarbeiten. Um alle Möglichkeiten einer Sanierung des Unternehmens bestmöglich auszuschöpfen, läuft parallel im Rahmen eines sog. Dual-Track-Verfahrens ein M&A-Prozess. Die Geschäftsführung verfolgt das Ziel einer Einigung mit den Gläubigern im Rahmen eines sogenannten Insolvenzplanes. Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass ein Insolvenzplan und der Erhalt der Gesellschaft sowohl die bestmögliche Lösung für die Gläubiger als auch für die Mitarbeiter darstellt, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Die Gesellschafter unterstützen diesen Weg.

Die ZIM Flugsitz, deren Ursprung im Jahr 1995 liegt, entwickelt und produziert an zwei Standorten Economy-, Premium Economy- und Business Class-Sitze für kommerzielle Passagierflugzeuge. Auch die Neugestaltung der Sitzausstattung bereits in Nutzung befindlicher Flugzeuge – das sogenannte „Retro fit“ – gehört zum Leistungsportfolio des Unternehmens. Vor allem im Bereich der Premium Class-Sitze verzeichnete das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein starkes Umsatzwachstum. Hauptkunden sind renommierte internationale Fluggesellschaften und Flugzeughersteller. Der Stammsitz liegt in Markdorf am Bodensee, im norddeutschen Schwerin befindet sich die zweite Niederlassung.

PLUTA Experten

Dr. Maximilian Pluta

Dr. Maximilian Pluta
Rechtsanwalt, Diplom-Kaufmann, Steuerberater

Jochen Glück

Jochen Glück
Diplom-Betriebswirt (FH)

Florian Martin Schiller

Florian Martin Schiller
Rechtsanwalt, Diplom-Jurist, LL.M. (SUN)

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