Branchenberichte: Kliniken & Krankenhäuser - Reha für Kliniken
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Reha für Kliniken in Not

Jede dritte Klinik in Deutschland schreibt Verluste. 16 Prozent der Krankenhäuser befinden sich sogar im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Krankenhaus Rating Report.

PLUTAcompact: Kliniken & Krankenhäuser

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 2.000 Krankenhäuser; davon befinden sich 30 Prozent in öffentlicher Trägerschaft. Vor allem deren Lage ist oft kritisch. Und ein schnelles Ende der Schieflage ist nicht in Sicht: In vielen Regionen sind die Krankenhausstrukturen ungünstig, es gibt oftmals zu viele kleine Einheiten und zu wenig Spezialisierung.

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Referenzen (Auswahl)

  • Klinikum Osnabrücker Land
  • Klinik Lohrey
  • Fachklinik Osterhofen
  • Gesundheitszentrum Illervital
  • Praxis Orthovital
  • Sport- und Therapiezentrum Haslach
  • Kniezentrum Dr. Toft
  • Seniorenresidenz Salzweg
  • KIRA Häusliche Intensivpflege
  • Gesundheitszentrum Bad Schussenried
  • Residenzia in Meierhofen, München und Bad Bramstedt

Die Rolle des Sachwalters

Erfolgreich verlief die Eigenverwaltung der Fachklinik Osterhofen. In diesem Verfahren war PLUTA-Partner Stephan Ammann als Sachwalter tätig. Er und sein Team begleiteten die erfolgreiche Sanierung und überwachten das Verfahren, so dass keine Nachteile für die Gläubiger entstanden. Die Fachklinik hatte Ende 2013 beim Amtsgericht München das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Gut eineinhalb Jahre später genehmigte das Amtsgericht den Insolvenzplan. Die Klinik hat ihre Chance genutzt; ihre beiden Abteilungen Amputationsmedizin und Schmerztherapie entwickeln sich positiv. Es gelang sogar in der Krise, den Bereich Schmerztherapie durch gezielte Investitionen neu aufzubauen und zum zweiten Standbein zu entwickeln. Solche Entscheidungen erfolgten in enger Abstimmung zwischen dem Geschäftsführer, den Beratern der Kanzlei Wellensiek, die die Eigenverwaltung unterstützten, und dem Sachwalter. Sichtbarer Beleg des gemeinsamen Erfolgs: Im Laufe des Verfahrens stieg die Zahl der im bayerischen Krankenhausplan genehmigten Betten ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter.

Pressestimme: Die Fachklinik läuft wieder sehr gut 
Osterhofener Zeitung · 28.08.2015

„Eine Eigenverwaltung ist nur dann wertmaximierend, wenn der Schuldner ein im Kern tragfähiges Geschäftsmodell hat und das Management mit seinen Erfahrungen und Geschäftsbeziehungen einen wertsteigernden Beitrag zur Betriebsfortführung erbringen kann. Dies war bei der Fachklinik Osterhofen der Fall; einer der Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter hatte ausgiebige Erfahrung im Krankenhausmanagement (auch in Restrukturierungen) und konnte als "Gesicht" gegenüber Ärzten, Krankenkassen und Behörden die Rahmenbedingungen für die Fortführung schaffen. Dies funktioniert in kleineren Fällen natürlich nur, wenn die Eigenverwaltung mit einem erfahrenen Sachwalter zusammenspielt, um die Rechtsberatungskosten in Grenzen zu halten. Dies wurde mit Herrn Ammann und seinem Team geradezu idealtypisch verwirklicht.“

Prof. Dr. Markus Stadler, Rechtsanwalt und Partner bei Wellensiek

„In der Eigenverwaltung konnten wir unsere langjährige Branchenerfahrung weiter einbringen. Die Kombination aus diesem Branchen-Know-how und der Insolvenzexpertise von PLUTA war das Erfolgsgeheimnis der Sanierung.“

Georg Sartorius, Geschäftsführer des Klinikums Osnabrücker Land

Klinik-Standort in Eigenverwaltung gesichert

Für die Sanierung in Eigenverwaltung entschied sich im Sommer 2014 das an zwei Standorten tätige Klinikum Osnabrücker Land. Für zwei Gesellschaften stellte das Krankenhaus einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Osnabrück. Zugleich wurde ein PLUTA-Sanierungsexperte zum zweiten Geschäftsführer berufen, um das Verfahren durchzuführen. Binnen weniger Monate gelang danach die Restrukturierung in Eigenverwaltung und die vollumfängliche Sicherung eines Standorts. Anfang 2015 bestätigte das zuständige Gericht die eingereichten Insolvenzpläne; sie bilden die Basis für eine zukunftsfähige Struktur des Klinikums. Die Gläubiger erhielten überdurchschnittlich hohe Ausschüttungen.

Pressestimme: Klinikum Osnabrücker Land holt Pluta-Partner Gutmann 
juve.de · 01.08.2014

„140 Arbeitsplätze erhalten“

Herr Gutmann, Sie haben das Klinikum Osnabrücker Land in Eigenverwaltung restrukturiert. Wie war die Ausgangslage?
Grund für die Eigenverwaltung war eine fehlende Förderzusage des Landes Niedersachsen. Zunächst ging es darum, den Geschäftsbetrieb nahtlos weiterzuführen und eine qualitativ hochwertige Behandlung aller Patienten sicherzustellen. Trotz der schwierigen Ausgangslage ist uns das gelungen.

Was waren die weiteren Schritte?
Nach einer Bestandsaufnahme haben wir frühzeitig mit der Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen begonnen. Parallel dazu habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Dr. Christian Kaufmann die Insolvenzpläne für die zwei betroffenen Gesellschaften ausgearbeitet. Das Klinikum in Dissen musste leider geschlossen werden. Das Klinikum am Standort Georgsmarienhütte haben wir neu aufgestellt.

Es gab ein relativ breites Echo in den Medien und der Bevölkerung.
Das ist richtig. Es gab eine Reihe von Bürgerversammlungen und auch die Presse hat regelmäßig berichtet. Wir haben daher von Anfang an sichergestellt, dass wir transparent und professionell mit allen Beteiligten kommunizieren.

War die Eigenverwaltung auch im Rückblick die richtige Entscheidung?
Auf jeden Fall. Wir konnten dem Klinikum an einem Standort eine Zukunftsperspektive eröffnen und 140 Arbeitsplätze erhalten. Und auch die Gläubiger profitieren: Die Insolvenzquoten in den beiden Verfahren liegen mit 40 Prozent bzw. 26 Prozent weit über den Durchschnittswerten.

Torsten Gutmann

Zur Person
Sanierungsexperte Torsten Gutmann ist seit 2011 einer der Geschäftsführer von PLUTA, Niederlassungsleiter der Standorte Hannover und Braunschweig sowie bestellter Insolvenzverwalter.

Vorteil des Insolvenzplanverfahrens

Wenn die Interessen zwischen den Gesellschaftern eines Krankenhauses in der Krise und seinen Gläubigern zu weit auseinanderliegen, kann eine Sanierung auch im Rahmen eines klassischen Insolvenzverfahrens erfolgen. Genau dies gelang Insolvenzverwalter Dr. Stephan Laubereau im Fall der Klinik Lohrey in Hessen. Der PLUTA-Anwalt und sein Team führten den Geschäftsbetrieb nach dem Insolvenzantrag nahtlos fort. Zugleich trieb das Team mit Hochdruck einen Investorenprozess voran und fand schon nach kurzer Zeit einen Käufer für die Klinik, der alle 140 Mitarbeiter übernahm. Durch das Insolvenzplanverfahren konnte die Rehaklinik schuldenfrei an den neuen Gesellschafter übergeben werden – der Rechtsträger blieb erhalten. Im Fall der Veräußerung der Vermögenswerte an eine neu gegründete Gesellschaft hätte der Käufer den Zulassungs- und Zertifizierungsprozess komplett neu durchlaufen müssen. Die überdurchschnittlich hohe Insolvenzquote für die Gläubiger macht deutlich, dass auch das Insolvenzplanverfahren ein probates Instrument der Sanierung sein kann.

Pressestimme: Aufatmen in der Klinik Lohrey 
Gelnhäuser Neue Zeitung vom 08.05.2015

„Das Insolvenzplanverfahren hatte einen großen Vorteil. Wir konnten den Betrieb ohne Neugründung einer Gesellschaft übernehmen. So blieben alle Zulassungen und Zertifizierungen erhalten. Ansonsten wäre ein komplett neuer und aufwendiger Zertifizierungsprozess notwendig gewesen.“

Tobias Bretthauer,
Geschäftsführer der Klinik Lohrey

„Gute Lösungen möglich“

Interview mit Dr. Stephan Laubereau zum Insolvenzverfahren der Klinik Lohrey

Stephan Laubereau

Zur Person
Dr. Stephan Laubereau ist seit 2000 bestellter Insolvenzverwalter im Rhein-Main-Gebiet und seit 2006 bei PLUTA tätig. Er ist Niederlassungsleiter der PLUTA-Niederlassungen Frankfurt/Main, Aschaffenburg, Gießen und Koblenz.

Herr Dr. Laubereau, Sie waren Insolvenzverwalter einer Klinik. Welche war die größte Herausforderung?
Die ersten Tage nach dem Insolvenzantrag waren entscheidend. Es ging darum, den Geschäftsbetrieb vollumfänglich aufrechtzuerhalten und so eine unverändert hervorragende Patientenversorgung zu sichern. Das ist uns gelungen; in der Folge blieben die Belegzahlen konstant.

Warum wurde ein klassisches Insolvenzverfahren durchgeführt?
Die Eigenverwaltung funktioniert nur, wenn zwischen den Gläubigern und dem Schuldner ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht. Ansonsten bleibt bei drohender Zahlungsunfähigkeit nur das reguläre Insolvenzverfahren. Die Entwicklung der Klinik Lohrey macht deutlich, dass damit keinesfalls das Ende einer Klinik verbunden ist – gute Lösungen sind möglich.

Wieso mündete der Prozess in einem Insolvenzplanverfahren?
Wir konnten schnell einen Käufer für die Klinik finden. In einem Insolvenzplanverfahren bleibt der Rechtsträger erhalten – das ist ein großer Vorteil. Ein solches Verfahren ist schnell durchzuführen und bringt in der Regel hohe Insolvenzquoten für die Gläubiger. In der Praxis sind Insolvenzplanverfahren dennoch recht selten.

Geschäftsfelder von PLUTA

Sanierung und Restrukturierung

Neben der Erstellung integrierter Unternehmensplanungen, Distressed Due Diligences, Compliance-Prüfungen und Sanierungskonzepten nach IDW S6 begleiten wir bei M&A-Prozessen. Lückenloses Controlling und erfahrene Interimsmanager unterstützen eine ertragreiche Vermarktung und sichern den Umsetzungserfolg. So entwickeln wir neue Perspektiven für Unternehmen oder helfen aus der Krise.

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Insolvenzverwaltung

Werterhaltung durch Betriebsfortführung, Massemehrung durch lückenlose Analyse und Geltendmachung insolvenzrechtlicher Ansprüche: das sind unsere Prämissen. Unabhängig von der Branche, dem Produktschwerpunkt oder der Größenklasse von Unternehmen setzen wir Insolvenzpläne fachkundig und konsequent um. So führen wir Unternehmen sicher durch die Krise.

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Rechtsberatung

Die umfassende Beratung und die rechtssichere Vertragsgestaltung mit Bezug zu Gesellschafts-, Arbeits-, Steuer-, Insolvenz- sowie Bank- und Kapitalmarktrecht ist unsere Kernkompetenz. Unsere langjährige Expertise im Bereich Insolvenzrecht zeichnet uns zusätzlich aus. Wir wehren die Ansprüche Dritter durch die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung oder schiedsgerichtliche Tätigkeit ab. So sichern wir wirtschaftliche Erfolge von Unternehmen.

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