Kunststoffspritzguss-Unternehmen BUKUMA saniert sich in Eigenverwaltung
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Kunststoffspritzguss-Unternehmen BUKUMA saniert sich in Eigenverwaltung

11. Februar 2022 · Koblenz · Geschäftsfeld Insolvenzverwaltung

Die BUKUMA GmbH mit Hauptsitz in Boppard/Buchholz in Rheinland-Pfalz hat einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren (Restrukturierungsverfahren) gestellt. Das Amtsgericht Koblenz hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Der Geschäftsführer der BUKUMA GmbH, Dr. Thomas Schmidt, wird im Verfahren durch den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Joachim Walterscheid insolvenzrechtlich unterstützt. Stefan Bieberle und sein Team vom Beratungsunternehmen CF Consilio Forte haben BUKUMA im Vorfeld des Antrags beraten. Rechtsanwalt Stefan Meyer von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH wurde vom Amtsgericht Koblenz zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der als Sanierungsexperte bekannte Rechtsanwalt Meyer wird den Restrukturierungsplan als Sachwalter unterstützen, dabei aber insbesondere auch die Wahrung der Gläubigerinteressen im Verfahren im Fokus haben.

Der Geschäftsbetrieb des Kunststoffspritzguss-Unternehmens wird in Boppard und an den beiden weiteren Standorten in Kirchwald und Dörth vollumfänglich fortgeführt. Die Verantwortlichen haben die insgesamt 179 Mitarbeiter bereits über den aktuellen Stand informiert. Deren Gehälter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Die BUKUMA ist spezialisiert auf die Herstellung von anspruchsvollen technischen Kunststoffteilen mit eigenem Werkzeugbau. Die Abnehmer des Betriebes finden sich hauptsächlich in der Automobil- sowie Baumaschinenindustrie.

Sanierung des Automobilbereichs angestrebt

Grund für die Antragstellung sind Liquiditätsschwierigkeiten. Das Unternehmen musste in den vergangenen beiden Geschäftsjahren erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen und hat im Jahr 2021 eine Gesamtleistung von rd. 21 Mio. € erreicht – bedingt durch die Corona-Krise und die besonderen Herausforderungen in der Automobilindustrie durch die Chip-/Halbleiterkrise. Die Halbleiterkrise hat in der Automobilindustrie dazu geführt, dass die Automobilhersteller (OEMs) teils über Monate Bänder stillgelegt, teils ganze Produktionsstätten heruntergefahren haben. Das wiederum hat zu deutlich reduzierten Abrufen der Kunden geführt im Vergleich zu den systemisch geplanten Abrufen.

Trotz der temporären Herausforderungen hat die BUKUMA GmbH ihre Hausaufgaben in den vergangenen Jahren gemacht. Das Unternehmen erzielte im Transformationsprozess der Zulieferindustrie im Automobilbereich hin zur Elektromobilität große Fortschritte und liefert seine Kunststoffspritzteile zunehmend im Bereich der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge (PKW wie Nutzfahrzeuge). Für die Automotive-Industrie produziert BUKUMA an den Standorten Boppard/Buchwald sowie in Dörth, dort in einer erst 2016 neu errichteten modernen Betriebsstätte. Die zweite Sparte, die sich auf die Baumaschinenindustrie konzentriert und im Werk in Kirchwald produziert, arbeitet trotz der herausfordernden Situation profitabel und hat anders als der Automotive-Geschäftsbereich keine nennenswerten Restrukturierungserfordernisse.

Joachim Walterscheid erklärt: „Das angestrebte Eigenverwaltungsverfahren verschafft die erforderliche Zeit und die nötigen Instrumente, um die derzeit anspruchsvollen Phase zu überwinden und das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Positiv ist, dass beispielsweise der Bereich Baumaschinen im Unternehmen sehr gut aufgestellt ist und erfreuliche Zahlen erzielt. Dieser Bereich wurde von der Corona-Krise weniger getroffen als der derzeit weltweit unter Druck stehende Automobilsektor.“

Das Unternehmen hat sich als Zulieferer und Entwicklungspartner für künftige Technologien im Bereich der E-Mobilität bereits gut positioniert, der Transformationsprozess vom Verbrenner zur E-Mobilität ist bereits weit fortgeschritten. Insbesondere in der E-Mobilität sieht die Geschäftsführung der BUKUMA GmbH ein sehr großes Zukunftspotenzial.

Geschäftsführer Dr. Thomas Schmidt ergänzt: „Wir haben für die Restrukturierung bereits alle konkret erforderlichen Maßnahmen erarbeitet. Kernbestandteil unseres Sanierungsprozesses ist unzweifelhaft die weitere Stabilität unserer Geschäftsbeziehungen zu den Hauptkunden. Hierzu haben wir bereits erste Gespräche geführt. Alle Aufträge werden wir fristgerecht in der weiterhin hohen Qualität bearbeiten und unsere gewohnt zuverlässigen Strukturen beibehalten, das ist die wichtige Botschaft an den Markt und unsere Abnehmer.“

Eigenverwaltung zur Neuaufstellung nutzen

BUKUMA nutzt die Möglichkeiten des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, um sich für die Zukunft neu aufzustellen. Durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) können Unternehmen in herausfordernden Situationen einen Restrukturierungsprozess durchlaufen, der letztlich eine hohe Flexibilität im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten bietet. Die Geschäftsführung des in Eigenverwaltung befindlichen Unternehmens bleibt dabei im Amt und führt die Sanierung auf Basis eines Restrukturierungsplans unter Aufsicht des Gerichts, eines vom Insolvenzgericht bestellten Sachwalters sowie des Gläubigerausschusses selbstständig durch.

Der vorläufige Sachwalter Stefan Meyer von PLUTA erklärt: „Meine originäre Aufgabe im Verfahren ist es, darüber zu wachen, dass die Interessen der Gläubiger jederzeit gewahrt werden. Gleichwohl werde ich die Verantwortlichen dahingehend unterstützen, um die beabsichtigte finanz- und leistungswirtschaftliche Restrukturierung zum Erfolg zu führen und eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Das Unternehmen hat durch die vorgefundene Ausgangssituation unter Anwendung der wirkungsvollen gesetzlichen Sanierungsinstrumente eine gute Sanierungschance, die mich grundsätzlich zuversichtlich stimmt.“ Meyer wird unterstützt von den Rechtsanwältinnen Sylvia Kalbitzer und Dr. Ria Brüninghoff sowie Diplom-Kaufmann, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Frank Mößle sowie dem eingespielten Team in der PLUTA-Niederlassung Koblenz.

Werkzeugbau seit fast 60 Jahren

BUKUMA ist seit 1963 als Spezialist bei der Herstellung von anspruchsvollen technischen Kunststoffteilen mit eigenem Werkzeugbau tätig. Die insgesamt 179 hochqualifizierten Mitarbeiter begleiten die Kunden von der ersten Idee, über die Konstruktion bis hin zur Serienreife und Serienproduktion sowie der Ersatzteilversorgung. Die BUKUMA verfügt über insgesamt drei Betriebsstandorte und zählt als Tier 1 Lieferant eine Reihe namhafter Kunden aus der Automobilindustrie. Der Hauptsitz befindet sich in Boppard/Buchholz. Ein weiterer Standort, der 2016 in Betrieb genommen wurde, liegt in Dörth. An den beiden Standorten findet der Kunststoffspritzguss für den Automobilbereich statt. Der dritte Standort in Kirchwald produziert Kunststoffteile für die Baumaschinenindustrie. Der Betrieb legt großen Wert auf hohe Qualität und ist unter anderem nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Jährlich werden an allen Standorten neue Fachkräfte aus- und weitergebildet.

PLUTA Experten

Stefan Meyer

Stefan Meyer
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht

Sylvia Kalbitzer

Sylvia Kalbitzer
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Insolvenzrecht

Dr. Ria Brüninghoff

Dr. Ria Brüninghoff
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Insolvenz- und Sanierungsrecht

Frank Mößle

Frank Mößle
Diplom-Kaufmann, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer

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