Hohe Quote für Gläubiger des Pflege- und Therapiezentrums Bayerisch Gmain
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Hohe Quote für Gläubiger des Pflege- und Therapiezentrums Bayerisch Gmain

7. April 2020 · Bayerisch Gmain/Traunstein · Geschäftsfeld Insolvenzverwaltung

Die Gläubiger des insolventen Pflege- und Therapiezentrums in Bayerisch Gmain haben in der vergangenen Woche dem vorgelegten Insolvenzplan des Unternehmens einstimmig zugestimmt. Das Amtsgericht Traunstein hat den Plan daraufhin bestätigt. Die Gesellschaft befindet sich seit Ende 2017 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Mirko Möllen von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH ist als Sachwalter tätig; er begleitet das Verfahren im Sinne der Gläubiger.

Das positive Votum der Gläubiger ist ein wichtiger Schritt für den vor zwei Jahren begonnenen Prozess, das Unternehmen im Rahmen einer gerichtlich angeordneten Eigenverwaltung neu aufzustellen. Sachwalter Mirko Möllen sagt: „Die Gläubiger erhalten nach derzeitigem Stand eine feste Barquote in Höhe von ca. 30 Prozent. Das ist ein erster positiver Schritt.“ Der Insolvenzplan sieht des Weiteren vor, dass die Gläubiger an dem noch vorgesehenen Verkauf des Unternehmens partizipieren, wodurch bei einem erfolgreichen Verkauf eine noch deutlich höhere Quote erzielt werden könnte.

Die Besonderheit des Insolvenzplans liegt darin, dass dieser Verkauf erst nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens erfolgen soll. Hierfür werden die Gesellschaftsanteile der Bayerisch Gmain Pflege- und Therapiezentrum GmbH auf einen Treuhänder übertragen, dessen Aufgabe es sein wird, zusammen mit einem M&A-Advisor einen Investor für das Unternehmen zu finden. Gleichzeitig kann so für alle Konzerngesellschaften, das heißt auch für die weiteren Einrichtungen der Unternehmensgruppe, im Rahmen eines einheitlichen Verkaufsprozesses eine Gesamtlösung gefunden werden.

Der Pflege- und Therapiebetrieb läuft seit Beginn der Eigenverwaltung im Dezember 2017 stabil und ohne Einschränkungen. Alle rund 300 Bewohner werden fachgerecht betreut. Nach Ablauf verschiedener gesetzlicher Fristen ist in einigen Wochen mit der Aufhebung des Verfahrens durch das Amtsgericht zu rechnen. Die Restrukturierung des Unternehmens umfasste unter anderem die Reorganisation der Verwaltung und der Service-Gesellschaften sowie die Nachverhandlung der Mietverträge für die Einrichtungen.

Die Bayerisch Gmain Pflege- und Therapiezentrum GmbH hatte im Dezember 2017 beim zuständigen Amtsgericht in Traunstein Antrag auf Eigenverwaltung mit dem Ziel gestellt, den langfristigen Fortbestand des Unternehmens im Interesse von Patienten, Mitarbeitern, Lieferanten sowie Gläubigern sicherzustellen. Das Gericht hatte das Verfahren am 1. März 2018 eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet. Die Restrukturierung unterstützten die sanierungserfahrenen Rechtsanwälte der LECON Restrukturierung Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sowie der TRICON - FREUNDL WOLLSTADT & PARTNER.

Die Bayerisch Gmain Pflege- und Therapiezentrum GmbH betreibt Pflege- und Therapieeinrichtungen an zwei Standorten: Bayerisch Gmain (Haupthaus) und Hallthurm Untersberg. In allen Häusern kümmern sich rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um rund 300 Plätze für zu betreuende Menschen.

Die Gesellschaft gehört zur MERKEL-Gruppe, die insgesamt 17 Gesellschaften umfasst. Neben Bayerisch Gmain befinden sich derzeit drei weitere Unternehmen aus der Gruppe in einem Insolvenzverfahren. Das Fischbachau Pflege- und Therapiezentrum GmbH konnte bereits kurz nach Eröffnung des Verfahrens im März 2018 an einen Investor veräußert werden.

PLUTA Experte

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Mirko Möllen
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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