Gewa-Tower hat keine wesentlichen Mängel
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Gewa-Tower hat keine wesentlichen Mängel

30. November 2017 · Stuttgart · Geschäftsfeld Insolvenzverwaltung

Ilkin Bananyarli, vorläufiger Insolvenzverwalter der GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG, hat in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit Fachexperten geführt. Inhalt der Gespräche war die Liste, die seit vergangenen Freitag in der Öffentlichkeit thematisiert und fälschlicherweise als Mängelliste bezeichnet wird.

Ilkin Bananyarli von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH sagt: „Es gibt keine Mängelliste, sondern eine sogenannte Hinweisliste, die der Generalunternehmer im Rahmen der geplanten Fertigstellung des Gewa-Towers erstellt hat. Dabei wurden alle Hinweise aufgelistet, um von Seiten des Generalunternehmers mögliche Haftungsrisiken auszuschließen.“ So heißt es beispielsweise in der Liste, dass Fensterscheiben bei Verwendung von sogenanntem Einscheibensicherheitsglas möglicherweise zerspringen können und selbst bei ordnungsgemäß durchgeführten Heißlagerungstests noch ein Restrisiko besteht. Auch wird im Dokument auf den Brandschutz für das Hotel eingegangen. Aufgrund möglicher neuer gesetzlicher Regelungen werden dabei Empfehlungen für die Zukunft ausgesprochen. Zudem sind zahlreiche Sachverhalte aufgelistet, die schon erledigt wurden.

Alle diese Sachverhalte waren den Wohnungskäufern bereits bekannt. Der Sprecher der Wohnungskäufer sagt: „Wir haben mit Bedauern die vergangene Presseberichterstattung verfolgt, deren Inhalte sich in den letzten Tagen als völlig überzogen herausgestellt haben und die dem Projekt und dessen baldiger Fertigstellung schaden. Bei all den derzeitigen Herausforderungen glauben wir nach wie vor fest an das Projekt und hoffen auf eine baldige Fertigstellung unserer Traumwohnungen. Dazu arbeiten wir eng mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Bananyarli zusammen und sind jederzeit offen für Gespräche mit potenziellen Investoren.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter führte in dieser Woche Gespräche mit den Wohnungskäufern und der Oberbürgermeisterin von Fellbach, Gabriele Zull. Diese bestätigte, dass die Baugenehmigung an ein Brandschutzgutachten geknüpft ist, und der Bau von Seiten der Stadt durch einen Brandschutzexperten und einen Statiker bis zum Baustopp begleitet wurde.

PLUTA-Anwalt Bananyarli erklärt: „Der Gewa-Tower hat keine wesentlichen Mängel. Das hat bereits das Gutachten des TÜV Süd ergeben.“ Im September waren die Gutachter des TÜV Süd nach einer umfangreichen Analyse zum Ergebnis gekommen, dass beim Wohnturm keine Mängel vorhanden sind, die einen wesentlichen Rückbau oder eine wesentliche Reparatur erforderlich machen.

In der vergangenen Woche hatte der Investor, der den Gewa-Tower erwerben wollte, überraschend sein Kaufangebot zurückgezogen. Der vorläufige Insolvenzverwalter treibt jetzt eine Lösung mit dem zweiten Investor voran. Er hat bereits erste Gespräche mit dem Bieter geführt. Außerdem liegen ihm weitere Interessentenanfragen vor. „Ich bin optimistisch, dass wir den Gewa-Tower im kommenden Jahr veräußern werden, um die bestmögliche Lösung für die Anleihegläubiger zu erzielen“, so Bananyarli.

Der gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger, Gustav Meyer zu Schwabedissen von mzs Rechtsanwälte, sagt: „In vergangenen Tagen kursierten Meldungen über angebliche Mängel, die sich als falsch entpuppten. Ich bin sehr erleichtert, dass der Turm in einem guten Zustand ist. Das ist eine gute Nachricht für die Anleihegläubiger. Wir werden den vorläufigen Insolvenzverwalter in den kommenden Wochen bestmöglich unterstützen, damit der Wohnturm an einen Investor verkauft werden kann.“

Im November 2016 musste die GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG Insolvenz anmelden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Esslingen Ilkin Bananyarli von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH. Die GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG ist eine Projektgesellschaft zum Bau des Gewa-Towers in Fellbach bei Stuttgart, dessen Rohbau im Oktober 2016 fertiggestellt wurde. Mit dem 107 Meter hohen Gewa-Tower soll das dritthöchste Wohngebäude in Deutschland errichtet werden. In dem Turm mit 34 Stockwerken sind 66 Eigentumswohnungen sowie ein Business-Hotel mit 123 Zimmern geplant. Zur Finanzierung des Projekts hatte die Gesellschaft im Jahr 2014 eine Mittelstandsanleihe emittiert.

PLUTA Experte

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Ilkin Bananyarli
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht

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